Wohin wenn es Zuhause nicht mehr geht

Ein Zuhause ist mehr als nur ein Ort zum Wohnen. Es ist der Mittelpunkt unseres Lebens, ein Ort der Geborgenheit und des Rückhalts. Doch manchmal kann es passieren, dass wir aus verschiedenen Gründen nicht mehr in der Lage sind, in unserem Zuhause zu bleiben. Sei es aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten, familiären Konflikten oder gesundheitlichen Problemen.

In solch einer Situation ist es wichtig zu wissen, wo wir uns hinwenden können, wenn es Zuhause nicht mehr geht. Hier sind einige Optionen für Kinder und Jugendliche, die in Betracht gezogen werden sollten:

Bei familiären Konflikten

Familiäre Konflikte im Elternhaus können zu großen Spannungen und Unruhe in einem Zuhause führen. In solchen Fällen ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche ihre Rechte für Minderjährige kennen und wissen, wo sie Hilfe finden können.

  • Das Kinder- und Jugendtelefon: Hier können Kinder und Jugendliche anonym und kostenlos mit ausgebildeten Berater*innen sprechen. Das Telefon ist unter der Nummer 116111 erreichbar.
  • Die Nummer gegen Kummer: Unter dieser bundesweiten Telefonnummer (0800-1110333) oder per Online-Beratung können sich Kinder und Jugendliche bei familiären Problemen beraten lassen.
  • Das Jugendamt: Das Jugendamt ist eine Anlaufstelle für alle Fragen und Probleme rund um das Wohl von Kindern und Jugendlichen. Hier können auch konkrete Unterstützungsmöglichkeiten angeboten werden.

Bei finanziellen Schwierigkeiten

Finanzielle Schwierigkeiten können dazu führen, dass ein Zuhause aufgegeben werden muss. In solchen Fällen gibt es verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung:

  • Das Jobcenter: Das Jobcenter bietet Hilfe und Beratung bei finanziellen Schwierigkeiten an, insbesondere bei Arbeitslosigkeit.
  • Die Schuldnerberatungsstelle: Hier können Menschen mit Schuldenproblemen professionelle Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung ihrer finanziellen Schwierigkeiten erhalten.
  • Die Wohngeldstelle: Die Wohngeldstelle kann finanzielle Unterstützung in Form von Mietzuschüssen leisten, um die Wohnkosten zu reduzieren.

Bei gesundheitlichen Problemen

Die Gesundheit ist ein wichtiges Gut, das es zu schützen gilt. Bei gesundheitlichen Problemen können folgende Stellen um Hilfe gebeten werden:

  • Der Kinder- und Jugendarzt/die Kinder- und Jugendärztin: Der oder die behandelnde Arzt/Ärztin ist oft die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen. Hier können auch weitere Behandlungsoptionen besprochen werden.
  • Das Gesundheitsamt: Das Gesundheitsamt bietet eine Vielzahl von Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten, insbesondere im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung.
  • Die Krankenkasse: Bei körperlichen oder psychischen Problemen können sich Kinder und Jugendliche an ihre Krankenkasse wenden. Diese bietet verschiedene Leistungen, wie z.B. ärztliche Behandlungen oder Therapien, an.

Bei Schulproblemen

Schule kann für manche Kinder und Jugendliche zu einer Herausforderung werden. In solchen Situationen gibt es folgende Unterstützungsmöglichkeiten:

  • Der Klassenlehrer/die Klassenlehrerin: Der oder die Klassenlehrer/in ist in der Regel die erste Ansprechperson bei schulischen Problemen. Hier können gemeinsam Lösungsstrategien erarbeitet werden.
  • Die Schulsozialarbeiterin/der Schulsozialarbeiter: Die Schulsozialarbeit bietet eine professionelle Unterstützung bei schulischen und sozialen Problemen an. Hier können auch weitere Hilfsangebote vermittelt werden.
  • Die Schuldnerberatungsstelle: Finanzielle Probleme können sich auch auf die schulischen Leistungen auswirken. Die Schuldnerberatungsstelle kann dabei helfen, eine Lösung zu finden und bei Bedarf auch finanziell unterstützen.

Bei Problemen im sozialen Umfeld

Das soziale Umfeld spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Bei Problemen innerhalb der Familie oder im Freundeskreis gibt es folgende Unterstützungsmöglichkeiten:

  • Die Familienberatungsstelle: Hier können Eltern, Kinder und Jugendliche gemeinsam oder einzeln professionelle Beratung in schwierigen familiären Situationen erhalten.
  • Die Jugendhilfe: Die Jugendhilfe bietet verschiedene Angebote zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen an, z.B. bei Konflikten in der Familie oder Schwierigkeiten beim Übergang in die Selbstständigkeit.
  • Der Kinder- und Jugendschutz: Bei Verdacht auf Vernachlässigung oder Misshandlung bietet der Kinder- und Jugendschutz Hilfe an. Hier können Betroffene sich anonym beraten lassen und gegebenenfalls weitere Schritte einleiten.

Bei psychischen Problemen

Psychische Probleme können sich auch auf die schulischen Leistungen auswirken. In solchen Fällen gibt es folgende Unterstützungsmöglichkeiten:

  • Die Schulpsychologin/der Schulpsychologe: Die Schulpsychologie bietet Beratung, Diagnostik und gegebenenfalls auch Therapie bei schulischen und psychischen Problemen an.
  • Der Kinder- und Jugendpsychotherapeut: Bei schwerwiegenden psychischen Problemen kann eine Psychotherapie helfen. Diese wird von speziell ausgebildeten Kinder- und Jugendpsychotherapeuten durchgeführt.
  • Die Kriseninterventionsstelle: In akuten Krisensituationen, z.B. bei Suizidgefahr, bietet die Kriseninterventionsstelle schnelle Hilfe an. Hier können Betroffene und ihre Angehörigen sich professionell beraten lassen und gegebenenfalls eine Notfallbehandlung erhalten.

Fehlendes Vertrauen in die Eltern ist häufige Ursache

Oftmals haben Kinder und Jugendliche Schwierigkeiten, sich ihren Eltern anzuvertrauen. Das kann verschiedene Gründe haben, wie beispielsweise fehlendes Verständnis oder Unterstützung seitens der Eltern. In solchen Fällen können folgende Angebote helfen:

  • Die Online-Beratung: Anonym und jederzeit können Kinder und Jugendliche sich hier beraten lassen und ihre Probleme schildern.
  • Die Jugendhilfe: Bei besonders schwierigen familiären Verhältnissen oder wenn das Vertrauensverhältnis zu den Eltern stark gestört ist, kann die Jugendhilfe Hilfe anbieten. Sie bietet Unterstützung durch Sozialarbeiter, Psychologen oder Pädagogen an.
  • Der Freundeskreis: Oft können auch Freunde eine wichtige und wertvolle Unterstützung sein. Sie sollten jedoch immer darauf achten, dass sie sich in vertrauensvollen Beziehungen befinden und keine unangenehmen Situationen ausnutzen.

Wichtig: Keine Schuldzuweisungen

Egal in welcher Form und von wem das Kind oder der Jugendliche Unterstützung erhält, es ist wichtig, keine Schuldzuweisungen zu machen. Stattdessen sollte versucht werden, gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten und das Kind oder den Jugendlichen zu unterstützen.

Die Kinder- und Jugendhilfe als Partner

Die Kinder- und Jugendhilfe kann eine wichtige Rolle als Partner im Umgang mit schwierigen Situationen sein. Sie bietet nicht nur Unterstützung für Familien in Krisensituationen, sondern auch präventive Maßnahmen und Angebote zur Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung.

Die Rolle der Eltern

Es ist wichtig, dass Eltern versuchen, sich in ihre Kinder hineinzuversetzen und ihnen zuzuhören. Auch wenn es manchmal schwierig ist, sollten sie versuchen, Verständnis für die Sorgen und Probleme ihrer Kinder aufzubringen. Dabei ist es auch wichtig, dass sie ihre eigenen Grenzen erkennen und sich eventuell selbst Hilfe suchen, um das Wohl ihrer Kinder zu gewährleisten.

Beratungsstellen helfen bei Rückkehr in die Familie

Wenn ein Kind oder Jugendlicher in einer stationären Einrichtung untergebracht ist, arbeiten die dortigen Betreuer oft eng mit Beratungsstellen zusammen, um eine möglichst reibungslose Rückkehr in die Familie zu ermöglichen. Diese bieten Unterstützung bei der Vorbereitung und Begleitung des Übergangs sowie auch weiterführende Beratung und Hilfe, um die Familienbeziehung zu stärken.

Alle Beteiligten tragen Verantwortung

Letztendlich tragen alle Beteiligten – das Kind oder der Jugendliche selbst, die Eltern, die Kinder- und Jugendhilfe sowie eventuell andere beteiligte Institutionen – eine Verantwortung, um schwierige Situationen zu bewältigen und für das Wohl des Kindes oder Jugendlichen zu sorgen. Eine enge Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen allen Parteien ist dabei unerlässlich.

Wege zur Selbstständigkeit für Jugendliche

Viele Jugendzentren und Organisationen bieten Programme an, die auf die Förderung der Selbstständigkeit junger Menschen abzielen. Diese Programme umfassen unter anderem:

  • Finanzmanagement und Budgetplanung
  • Berufsvorbereitungsseminare
  • Wohntraining und Möglichkeiten, selbstständig zu leben
  • Unterstützung bei der Suche nach Ausbildungs- und Arbeitsplätzen

Wichtig: Kein Kind ist perfekt

In der heutigen Gesellschaft herrscht oft ein hoher Leistungsdruck, besonders auch in Bezug auf die Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass jedes Kind individuell ist und es auch keine perfekten Eltern oder perfekte Betreuer gibt. Wichtig ist, dass alle Beteiligten ihr Bestes geben und sich gegenseitig unterstützen, um gemeinsam Lösungen zu finden und das Wohlbefinden des Kindes oder Jugendlichen im Blick zu behalten. Daher sollten Fehler nicht als Versagen betrachtet werden, sondern als Teil des Lernprozesses für alle Beteiligten.

Was ist, wenn mein Kind plötzlich von zu Hause weglaufen tut ?

Leider kommt es immer wieder vor, dass Kinder und Jugendliche aus ihrem gewohnten Umfeld verschwinden. In solchen Fällen ist es wichtig, schnell zu handeln und die Polizei zu informieren. Auch eine enge Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe sowie anderen beteiligten Institutionen kann hilfreich sein. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um das Kind oder den Jugendlichen wieder sicher zurückzubringen. In solchen Situationen ist auch psychologische Unterstützung für alle Beteiligten wichtig, um mit der schwierigen Situation umzugehen.

Unterstützende Maßnahmen für psychische Gesundheit

Der mentale und emotionale Zustand spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung von Konfliktsituationen. Professionelle Unterstützung kann beinhalten:

  • Therapeutische Gesprächsangebote
  • Gruppentherapie und Selbsthilfegruppen
  • Online-Beratung und -Support
  • Beteiligung an kreativen Aktivitäten und Stressbewältigungsmaßnahmen

Wichtige Ressourcen für Eltern und Betreuer

Es ist wichtig, dass sich sowohl Eltern als auch Betreuer über die verfügbaren Ressourcen informieren, um Unterstützung zu erhalten und sich über bewährte Methoden auszutauschen. Dazu gehören:

  • Elterntrainingsprogramme
  • Schulungen für Betreuer im Umgang mit herausforderndem Verhalten
  • Ratgeber und Bücher zu speziellen Themen in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen
  • Online-Ressourcen und Foren zum Austausch mit anderen Eltern und Betreuern

Weiterführende Angebote im Internet (bitte googeln)

Im Internet gibt es zahlreiche informative Websites und Plattformen, die Unterstützung für Eltern und Betreuer bieten. Hier sind einige Beispiele:

  • Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke): bietet unter anderem eine telefonische Beratungshotline und Online-Beratung für Eltern und Jugendliche an.
  • Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V. (BApK): bietet Informationen, Beratung und Unterstützung für Familienangehörige von psychisch erkrankten Menschen.
  • Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE): veranstaltet regelmäßige Tagungen und bietet Publikationen zu aktuellen Themen in der Erziehungswissenschaft an.
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP): bietet Informationen über psychische Krankheiten im Kindes- und Jugendalter sowie eine Übersicht über ambulante und stationäre Behandlungsmöglichkeiten.
  • Elternsein.info: bietet Eltern und Betreuern Informationen zu verschiedenen Themen rund um die Erziehung von Kindern und Jugendlichen.

Wichtige Adressen für Unterstützungsangebote vor Ort

Neben den Online-Ressourcen gibt es auch viele lokale Angebote, die Eltern und Betreuern helfen können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Erziehungs- und Familienberatungsstellen: bieten Beratung und Unterstützung bei Fragen und Problemen in der Erziehung an.
  • Selbsthilfegruppen für Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen: bieten die Möglichkeit zum Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung.
  • Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen: bieten verschiedene Angebote wie z.B. offene Treffs, Ferienfreizeiten oder Familienberatung an.
  • Schulpsychologische Beratungsstellen: bieten Unterstützung bei schulischen Problemen und Konflikten an.
  • Beratungsstellen für psychische Gesundheit: bieten Unterstützung bei der Bewältigung von psychischen Erkrankungen oder Krisen an.

Es ist wichtig, sich über die verschiedenen Angebote in der eigenen Region zu informieren und gezielt nach passenden Unterstützungsangeboten zu suchen. Oft können auch Kinderärzte, Lehrer oder Sozialarbeiter in Schulen weiterhelfen und bei der Suche nach lokalen Unterstützungsmöglichkeiten unterstützen.

Fazit

Das Internet bietet eine Vielzahl an hilfreichen Informationen und Ressourcen für Eltern und Betreuern. Von Ratgebern über Online-Beratungsstellen bis hin zu Selbsthilfegruppen gibt es viele Möglichkeiten, sich online Unterstützung zu holen.

Neben den digitalen Angeboten ist es jedoch auch wichtig, lokale Unterstützungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen. Die persönliche Beratung und der Austausch mit anderen Betroffenen können dabei helfen, individuelle Herausforderungen in der Erziehung von Kindern und Jugendlichen besser zu bewältigen.

Letztendlich ist es wichtig, sich nicht scheuen Hilfe anzunehmen und sich gezielt nach Unterstützungsmöglichkeiten umzusehen, um eine gesunde und positive Entwicklung der Kinder zu fördern.

So können Eltern und Betreuende gemeinsam mit ihren Kindern eine glückliche und erfüllte Zukunft gestalten. In diesem Sinne: nehmen Sie sich Zeit für sich selbst, holen Sie sich Unterstützung und genießen Sie die Zeit mit Ihren Kindern!

Quellen

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